Arbeitsgruppe WeST
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Lesehilfe Informationsmodell

Das Informationsmodell beschreibt die fachlichen Inhalte, die bei einem Wechsel des Praxisverwaltungssystems übertragen werden können. Es ist die fachliche Grundlage der FHIR-Profile dieses Leitfadens: Jedes Element benennt eine Information, beschreibt ihre Bedeutung und verweist auf die Stelle im FHIR-Profil, an der sie umgesetzt ist.

Unterhalb eines thematischen Abschnitts folgen die fachlichen Konzepte (z. B. „Krankenversicherungsverhältnis“) und darunter ihre Bestandteile. Ein Element ist entweder

  • eine Gruppe: fasst andere Elemente zusammen und trägt selbst keinen Wert, oder
  • ein Item: trägt einen Wert mit einem Datentyp.

Elementnamen und Zusätze

Referenzen

Viele Konzepte werden an mehreren Stellen benötigt, etwa Patient:in, Begegnung oder
behandelnde Person. Sie sind im Modell nur einmal definiert. An den Stellen, an denen sie
gebraucht werden, steht eine **Referenz**:

abb-referenz-baum version_1.png

So wird eine Referenz gelesen:

  • Die übergeordnete Gruppe (hier „Referenz Patient“) gehört zum aktuellen Konzept. Ihre Kardinalität sagt, wie oft an dieser Stelle verwiesen werden darf.
  • Das Referenzelement darunter zeigt, worauf verwiesen wird.
  • Stehen mehrere Referenzelemente unter einer Gruppe, sind das Alternativen. Zum Beispiel
    verweist „Referenz Leistungsgenehmigungen“ entweder auf eine Leistungsanfrage/-genehmigung Psychotherapie oder auf eine für Heilmittel.
  • Die Inhalte des Ziels (Name, Geburtsdatum …) werden an der Verweisstelle nicht erneut
    beschrieben. Sie stehen beim Zielkonzept.

Im FHIR-Mapping entspricht eine Referenz in der Regel einem Reference(...)-Element. Das Mapping der Referenzstelle nennt das Zielprofil.

<div> abb-referenz-fhir-mapping version_1.png </div>
Detailansicht

Ein Klick auf ein Element im Baum öffnet die Details. Nicht jedes Element hat alle Angaben.

abb-detailansicht version_2.png

Bedeutung der Eigenschaften

Angabe Bedeutung Beispiel
Name benennt das Element.
Ein Element ist entweder eine Gruppe, die andere Elemente zusammenfasst und selbst keinen Wert trägt, oder ein Item, das einen Wert trägt.
Zusätze im Namen:
  • (KBV-Basis): Das Konzept stammt aus den KBV-Basisprofilen und wird an mehreren Stellen im Modell verwendet.
  • (Referenz): Das Element verweist auf ein Konzept, das an anderer Stelle im Modell beschrieben ist.
VersichertenID_GKV [0..1]

Patient:in (KBV-Basis) [0..*]
Beschreibung beschreibt den Inhalt des Elementes. Die Beschreibung ist die fachliche Definition: was gemeint ist und womit das Element befüllt wird. Bei Gruppen beschreibt sie, was zusammengefasst wird. „Unveränderlicher Teil der einheitlichen Krankenversicherungsnummer der GKV gemäß § 290 SGB V.“
Rationale enthält in besonderen Fällen eine Begründung, warum das Element in der vorliegenden Form in das Informationsmodell aufgenommen wurde, z. B. durch Referenzen auf externe Spezifikationen.
Häufige Quellen sind die Technische Anlage zu Anlage 4a (BMV-Ä), der HL7®-Leitfaden Basis DE oder das Valueset, aus dem die Werteliste stammt. Links führen zur Quelle.
Geburtsdatum der Patient:in:
„Technische Anlage zu Anlage 4a (BMV-Ä) V1.12“
Datentyp gibt den Datentyp an, mit dem das Element befüllt wird. Nur Items haben einen Datentyp, Gruppen nicht.
Die Datentypen sind fachlich gemeint. Wie ein Wert in FHIR® abgebildet wird, steht im FHIR-Mapping.
identifier
Kardinalität gibt an, wie häufig in einem bestimmten Anwendungsszenario ein Wert für das Element übermittelt werden darf. Ausgedrückt wird das mit einem minimalen und einem maximalen Wert (min..max).
Die Kardinalität gilt innerhalb des übergeordneten Elements. Das Anwendungsszenario heißt „Basis-Kardinalitäten“. Manche Kardinalitäten hängen von einer Bedingung ab.
Basis-Kardinalitäten : 0..1

Das Element darf fehlen und höchstens einmal vorkommen.
Terminologie-Assoziation / Wertelisten enthält einzelne oder mehrere Codes, mit denen dieses Element gefüllt werden kann bzw. muss.
  • Werteliste: die zulässigen Werte eines codierten Elements, mit dem Valueset und der Verbindlichkeit der Bindung (z. B. required).
  • Terminologie-Assoziation: ein Code, der die Bedeutung des Elements selbst ausdrückt, etwa die Art einer Kennung.
Terminologie-Assoziation:
GKV
„Gesetzliche Krankenversicherung“, http://fhir.de/CodeSystem/identifier-type-de-basis
MUSS/KANN/SOLL-Vorgabe gibt die Umsetzung des Elements in Primärsystemen vor. Das Schlüsselwort nennt die Verbindlichkeit:
  • MUSS: verbindliche Vorgabe. Sie ist ohne Ausnahme umzusetzen.
  • SOLL: Empfehlung. Sie ist umzusetzen, wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen. Wer abweicht, muss die Folgen kennen und abgewogen haben.
  • KANN: freigestellt. Die Vorgabe beschreibt eine zulässige Möglichkeit.

Wann eine Vorgabe gilt, steht in ihrem Text. Die Kardinalität ändert sie nicht.
MUSS, bei Einrichtung/Organisationseinheit (KBV-Basis):
„Für die Abbildung einer Betriebsstätte muss die Gruppe “Betriebsstätte” verwendet werden.“
FHIR-Mappings gibt an, an welcher Stelle in der technischen FHIR®-Spezifikation das Element umgesetzt ist.
  • Vor dem ersten Punkt steht das Profil, danach der Elementpfad. Der Pfad kann Slices (identifier:KrankenversichertenID) und eine Typauswahl (value[x]:valueBoolean) enthalten.
  • KBV_PR_WEST_… sind Profile dieses Leitfadens, KBV_PR_Base_… unverändert genutzte KBV-Basisprofile, Profile mit dgLP stammen aus dem ePA-Laborbefund.
  • Ein Profil ohne Pfad heißt: Das Element wird als eigene Ressource dieses Profils umgesetzt. Bei einer Referenz ist es das Zielprofil.
  • Mehrere Zeilen heißen: Das Element ist an mehreren Stellen umgesetzt.
  • Gruppen, die nur gliedern, haben teils kein FHIR-Mapping.

Mehr unter Mappings im Informationsmodell.
KBV_PR_WEST_Coverage.identifier:KrankenversichertenID
Weiteres Mapping mappt auf die zugrundeliegenden Spezifikationen, siehe Darstellung von Mappings.
Für jede Spezifikation gibt es eine eigene Tabelle „Mapping nach …“, u. a. AWS 1.3.0, KBV-Basis 1.8.0, KVDT, BDT, EHDS und ePA-Laborbefund. Die Spalte Overlap sagt, wie gut das Ziel zum WEST-Element passt: deckungsgleich, enger oder weiter.
Die Mappings sind Orientierungshilfen, keine verbindliche Transformationsvorschrift. Wozu sie dienen und wie sie entstanden sind, steht unter Mappings im Informationsmodell.
Mapping nach KVDT:
Feld 3119
„Versicherten_ID“, Satzarten 0101, 0102, 0103, 0104, 0109, deckungsgleich

Mapping nach AWS 1.3.0:
/Krankenversicherung/Versichertennummer/VersichertenID_GKV
, deckungsgleich
Weitere Angaben zusätzliche Informationen zum Element, z. B. die Version eines verwendeten Codesystems, die Herkunft eines Codesystems oder ein zugehöriges Dokument. Version von UCUM: 2.1